das Update doch etwas früher als geplant. Somit halte ich mir den letzten Abend in Haifa komplett zum feiern frei :P
Naja aber mal von vorne. Der Flug nach Israel war easy. Hat alle super geklappt. In Israel angekommen gabs dann an der Passkontrolle n bisschen Probleme. Der Typ fragt halt wie lang ich bleibe. In diesem Moment traf der Spruch "ehrlich währt am längsten", schon ... irgendwie zu. Aber auch nur das "am längsten". Ich hätte ihm sagen können, dass ich Tourist bin und hätte direkt das nötige (3 monatige) Toursitenvisum bekommen. Stattdessen sagte ich die Wahrheit "1 Jahr" (alles auf Englisch versteht sich). Und dann gings los. Was ich mache, wo ich wohne. Ob ich eine Bestätigung von Alut hätte, eine Adresse. Nö, hab ich alles nicht :D Naja long story short: Nach 10 Minuten Diskussion hat er mir das Toursitenvisum gegeben. Allerdings musste ich drei mal versichern, dass ich mich um die Verlängerung kümmere.
Ab da wurds wieder entspannt. Richtung Gepäckband gabs an dem Flughafen nen riesen Raum, mit einem coolen Brunnen. Foto werde ich nachliefern, ist auf meinem Handy. Draußen habe ich auch direkt den Taxifahrer mit dem Schild "Rutenberg Institut" gefunden und in der Eingangshalle beim Warten auch direkt Kathi kennengelernt, mit der ich zusammen arbeiten werde. Eine Stunde Taxifahrt nach Haifa später, sind wir gegen 4 Uhr nachts ins Bett gefallen.
Der erste Tag in Haifa war richtig geil. Am morgen bin ich kurz mit ein paar Jungs aus meinem Zimmer (die sind vom Deutsch Israelischen Verein) die nähere Umgebung erkundet, wobei ich mir die Fersen komplett aufgerissen habe, dank meiner in Deutschland neu gekauften Schuhe. Hier bin ich, mit einer kleinen Aussicht über Haifas Norden:
Da die anderen Freiwilligen vom DRK erst an dem Tag ankamen, hatten wir, die wir schon da waren, den Tag frei. Das belief sich auf Kathi, Jana und mich. Da Jana nicht wollte, sind Kathi und ich dann zu zweit los und haben den Weg zum Strand erkundet. Es ist allerdings recht kompliziert den richtigen Bus zu finden, wenn an den Haltestellen keine Pläne hängen und man die Schrift eh nicht lesen kann :D Aber die Beschreibung "133 bis zur Endstation", hat uns ans Ziel gebracht: Hammer Strand, blaues Meer und Sonne pur. Hab leider vercheckt ein Bild vom Strand selbst zu machen. Habe nur eins, wo Berry auf meinem Apfel chillt:
Der Rückweg hat recht lang gedauert, da die 133 anscheinend nur alle 30 Minuten oder so fährt. Krass war, dass wir beim Betreten der Einkaufspassage, an deren Seitenausgängen die Busse fahren, kontrolliert wurden. Vermutlich auf Waffen etc. Abgesehen von den Security-Leuten, die überall zu sehen sind, laufen hier auch überall, aber wirklich überall, Leute in Uniform (Armee) rum. Sowohl Männer als auch Frauen (teilweise mit Sturmgewehren). War ja an sich schon vorher bekannt, aber ist trotzdem irgendwie merkwürdig.
Am ersten Abend sind wir dann mit einer Gruppe von ca. 10 Leuten in unserer Umgebung unterwegs gewesen. Es ist ziemlich schwierig hier Bars oder soetwas zu identifizieren. An einem Lokal, an dem wir vorbeigegangen sind, stand "Beer Steak und irgendwas"-House, es sah aber definitiv aus wie ein Stripclub. Naja irgendwann sind wir dann an einer Seitenstraße vorbeigekommen, von der ich am Vormittag schon sagte "Sieht so aus, als würde da der Drogenhandel stattfinden". Hingeführt hatte uns ein Schild "Sleek - Bar & Restaurant". Dieses Sleek sollte sich am Ende der Gasse befinden, welche spärrlich beleuchtet war und bei Nacht noch stranger aussah, als sie es morgens schon getan hatte. Wir entschieden uns trotzdem uns wenigstens den Eingang anzusehen. Am Ende von der Gasse angekommen, mussten wir feststellen, dass dort noch lange nicht der Eingang zum Sleek war, sondern eine Art Tiefgarage. Allerdings führten uns die Schilder weiter und da wir eine "größere" Gruppe waren, wollten wir es einfach riskieren. Einige Ecken in der Tiefgarage später befand sich 20 Meter vor uns das letzte, sehr große "Sleek" Schild, vor dem ein dicker Security-Mann saß und eine sehr dubios wirkende Tür bewachte. Wir haben vorsichtig gefragt, ob das hier wirklich eine "Bar & Restaurant" sei. Er bejahte. Also sind wir reingegangen. Und fanden eine verdammt coole Bar (&Restaurant) vor. Stilvoll eingerichtet. Ein DJ, der zuerst chilligen Jazz auflegte und später dann zu Charts wechselte (als das Lokal vom Restaurant zur Bar wurde). Für den Fall, dass wir heute nochmal hingehen, reiche ich auch hier Bilder nach. Hatte die Knipse nicht dabei. (Vllt tauchen auf Facebook Bilder auf, die Mädels waren immer dran...)
Anmerkung hier: Weggehen ist in Israel verdammt teuer. Ein Bier kostet 5-6€. Meine Gruppe hat sich 3 Flaschen Wein, für je ca. 24€ gekauft. In Kiosken kosten 0,5L Wasser 12 Schekel (12/5 = X€) und ein Bier 9 bis 11
Am zweiten Tag ging das Programm los. Der erste Vortrag war über... Vorgehensweisen, wie man seine "Klienten" (die Autisten), mit körperlicher Kraft, aber ohne Verletzungen zu riskieren, unter kontrolle bringen kann. "It is NOT self defense!!"
Der zweite Vortrag war von einem Typen, der irgendwelche Delegationen von Deutschen und Israelis organisiert. War interessant, aber nicht erwähnenswert. Höchstens, dass er von einem Besuch in der Dillinger Hütte berichtete (@Papa).
Nachmittags haben wir dann den ersten Hebräisch Kurs gehabt. Ich war top vorbereitet, durch den Reiseführer einer anderen Freiwilligen:
ben sona = hurensohn
at rosa lawo ilai = willst du mit mir nach hause gehen
Was wir dann gelernt haben, war aber das übliche "ani michael" "ani mi-germani" "ani gar be-ramat hasharon" (ich bin michael. bin deutscher [komme aus deutschland... kA], ich lebe in ramat-hasharon). Solche Sätze auswendig lernen war noch einfach, im Gegensatz zum zweiten Teil der Stunde: Lesen und Schreiben lernen. Jetzt weiß ich, wie ich mich in der ersten Klasse gefühlt habe :/ Und kapiert hab ich auch nichts. Cool war die Situation, als die Lehrerin nach einer Stunde sagte "Abba ba. We've got our first Sentence!" (Ich weiß bis heute nicht was es heißt. Irgendwas mit Essen glaub ich)
Mal sehen was der heutige Nachmittag so bringt.
Abends haben wir zunächst getanzt und gesungen. Irgendwelche Israelischen Sachen. War eigentlich ganz lustig, da es für alle Beteiligten gleich peinlich war. Danach habe ich endlich wieder angefangen zu trainieren (Körpergewichtstraining). Danach haben wir einfach auf der Treppe vorm Rutenberg Insitut gechillt, in dem wir untergebracht sind. Das ist übrigens auch der Ort, an dem es Internet gibt. Ich sitze also gerade mit meinem Laptop in der Eingangshalle des Instituts. Hinter dem Haus stehen noch einige Bierbänke, von denen aus man einen recht coolen Blick über den Norden Haifas hat:
Entschuldigt die miese Qualität, hab mich noch nich näher mit meiner Kamera beschäftigt :x
Hier unsere Unterkunft gestern Abend. Vor den Bänken haben wir getanzt.
Heute morgen haben wir als erstes die Baha'i Gärten besichtigt:
Sicht auf Haifas Norden aus den Gärten.
Sicht von oben auf die Gärten (nur die Hälfte, die goldene Kuppel bildet die Mitte/Hälfte)
Die Gärten waren echt atemberaubend (die Hitze auch, gefühlte 40 Grad. Mein T-Shirt war nach einer Stunde Führung durchgeschwitzt). Zumal dahinter eine Religion steht (die Baha'i), von der ich noch nie was gehört hatte. Die Geschichte erspare ich euch. Die Kernidee der Religion ist, dass alle Menschen gleich sind. Sowohl alle Rassen, als auch Männlein und Weiblein. Und letztlich streben sie universalen Frieden an.
"The earth is but one country
and mankind its citizens"
Am Ende der Führung kamen wir in ein klimatisiertes Kino, in dem uns ein verdammt guter Propagandafilm der Baha'i gezeigt wurde ;)
Danach folgte ein langweiliger Vortrag über... Außenpolitik glaube ich und das Mittagessen. ESSEN. Das ist auch noch so ein Thema. Morgens und Mittags isses OK. Aber Abends gibt es NUR Kohlenhydrate und zwischendurch kriegt man halt auch nix. Die Pausen sind so gelegt, dass ich immer nur nach dem Essen trainieren kann -.- Naja in Tel Aviv wird alles besser :D
So weit bisher. Mir gehts super hier. Hab viele interessante Leute kennengelernt und schon einige Freunde gefunden. So z.B. Percy, der in Karlsruhe Football gespielt hat und als ich ihm von meinen Plänen hier berichtete, meinte er, er würde sich in Jerusalem auch mal informieren (Jerusalem Lions). Das hieße, dass wir im Laufe des Jahres gegeneinander spielen würden :D Dann hab ich hier im Institut mal wieder alles richtig gemacht: Ich bin gestern (am zweiten Tag) aus meinem 4er Zimmer ausgezogen, in ein Einzelzimmer xD War dann aber doch so nett den Clemens (kenne ich aus Schwerin, der geht auch nach Tel Aviv, aber eher südlich) noch dazuzuholen, der in einem vollbesetzten 5er Zimmer wohnte. Altersschnitt ist natürlich mal wieder bodenlos niedrig. Aber an die Gespräche über "ich hab das und das im Abi gemacht" "ich hab Dienstag meinen Führerschein bestanden", bin ich ja mittlerweile gewohnt (@Orkse).
Hier übrigens ein Foto von unserer Unterkunft und den Bänken, auf denen wir uns
Gleich gibts wieder Sprachkurs und heute abend halt das letzte mal Haifa. Wenn ich was vergessen habe, oder ihr sonst fragen habt: Ab in die Comments (ich habe sie extra auch für nicht registrierte freigeschaltet).
PS: Am ersten Tag bin ich vor Freude so Enrage gegangen. Hab einfach mein Shirt zerissen:
(Das Shirt trage ich übrigens zum Schlafen. Damit tagsüber, als Deutscher in Israel rumrennen wär ev. nicht so klug)
Stockbetten, die kurzen Haare, das Shirt - .... pass mal auf das DU nicht bald mit einem Galil für die IDF auf Patrouille gehst ;)
AntwortenLöschenDer Blog ist eine super Idee, bin auf weiteres aus Israel gespannt.
Noch eine gute Zeit.
Sarge